Music From The Heart von Iwa (If you listen, you'll discover the truth) ================================================================================ Kapitel 15: Contently Watching ------------------------------ Titel: Music From The Heart Autor: Iwa Teil: 15/? Genres: AU, Drama, Romantik, Shounen-Ai Pairing(s): Inui x Renji x Kaido und Sanada x Yukimura / Andeutungen für Tezuka x Fuji, Oishi x Eiji und noch zwei schöne Pairs x3 Warnings: Shounen-Ai + Threesome A/N: wieder sehr kurz, sorry v.v Immer noch sauer stapfte Kaido aus dem Klassenraum. Er hatte Putzdienst gehabt, weshalb Kikumaru schon gegangen war. Das war Kaido eigentlich auch ganz recht, er hatte keine Lust sich mit dem Rotschopf zu unterhalten. So schnell würde er ihm nicht verzeihen. Man las eben nicht anderer Leute Post. Wenigstens konnte er sich jetzt bei der Orchesterprobe abreagieren, Gitarre spielen half ihm immer. Er wollte gerade die Tür zum Musikraum öffnen, wobei er sich wunderte, dass es ihm Raum so leise war, da kam ihm jemand zuvor und öffnete die Tür von innen. Yukimura stand ihm entgegen. Der Ältere lächelte, woraufhin sich Kaido verbeugte. „Guten Tag, Senpai“, grüßte er höflich. „Wohin gehst du?“, fragte er hinterher, immerhin fing die Probe gleich an. Yukimura schüttelte den Kopf. Aus Gewohnheit machte er wie immer einige Fingerzeichen. Kaido wollte ihn eigentlich schon unterbrechen und ihm sagen, dass er nichts verstand, aber irgendwie schienen die Zeichen einen Sinn zu ergeben. „Fshuu...“ Kaido war sich kein Stück sicher, dass seine „Übersetzung“ irgendwie richtig war, aber versuchen konnte man es ja. „Wir haben Ausfall?“, fragte er unsicher. Plötzlich strahlte ihm Yukimuras Lächeln entgegen, wobei der Blauhaarige kräftig nickte. Kaido zeigte ebenfalls ein winziges Lächeln, sein Senpai schien sich wirklich zu freuen, dass er ihn verstanden hatte. Wieder bewegte Yukimura seine Finger, doch diesmal hatte Kaido nicht so viel Glück. Yukimura bemerkte, dass Kaido ihm nicht mehr hinterher kam. Er zuckte mit den Schultern. So wichtig war es auch nicht gewesen, er hatte dem anderen nur erklären wollen, dass Akashima-sensei eine wichtige Besprechung hatte und sie deshalb die Probe ausfallen lassen mussten. Er lächelte seinem Kouhai noch einmal zu und wollte sich dann auf den Weg machen. Zu Kaidos kompletten Erstaunen hob Yukimura seine Harfe, die der Schwarzhaarige bis jetzt nicht bemerkt hatte, mit Leichtigkeit an und ging an ihm vorbei. Der Ältere musste mehr Kraft haben, als man ihm äußerlich zu gestand, musste Kaido feststellen. Er folgte Yukimura aus dem Mittelschulgebäude, dennoch wunderte er sich, dass der andere keine Anstalten machte das Schulgelände zu verlassen. Im Gegenteil, er wanderte exakt in die entgegengesetzte Richtung. „Fshuu... Senpai...“, setzte Kaido an, merkte aber, dass Yukimura ihn nicht hörte. Was sollte er tun? Es war unhöflich ihm zu folgen, aber er wollte gerne wissen, wohin sein Senpai wohl unterwegs war. Er zischte kurz und konnte dem Drang doch nicht nachgeben. Unauffällig verfolgte er Yukimura. Dieser verschwand in irgendeiner Halle. Kaido hätte vielleicht gewusst, was sich darin befand, aber er hatte sich bis jetzt nur die für ihn relevanten Teile der Schule angesehen. Was sollte es? Dann ließ er sich eben überraschen. Er betrat die Halle und bemerkte auf der Stelle, dass er sich im Eingang eines Dojos befand. Direkt links von ihm befand sich die Tür zur Umkleide und geradeaus schien es zum eigentlichen Dojo zu gehen. Vorsichtig trat er ein. Zu beiden Seiten von ihm befanden sich Bänke, wohl für Zuschauer bei Wettkämpfen. Er entdeckte Yukimura, der gerade seine Harfe abstellte, wo sie möglichst niemandem im Weg war und sich dann setzte. Kaido zuckte zusammen, als plötzlich eine laute Stimme durch den Dojo dröhnte. Kaido drehte sich zu den Leuten, die gerade trainierten. Sanada stand mit verschränkten Armen vorne und hatte gerade eine Anweisung gebrüllt. Kaido erinnerte sich, Sanada war dieses Jahr Captain geworden und musste deshalb mit dem Orchester aufhören. Aber wie Kaido fand, passte diese Rolle auch sehr gut auf den Drittklässler. Kaido setzte sich ebenfalls und beobachtete das Training. Es war ganz interessant mit an zu sehen. Er schaute hinüber zu Yukimura. Ob der Blauhaarige hierher kam, um Sanada zu beobachten? Jedenfalls schien der Ältere glücklich zu sein... obwohl sein Lächeln weitaus nicht so groß war wie sonst, wenn er bei Sanada war. Kaido sah aus den Augenwinkeln, wie jemand zu Sanada ging und etwas mit ihm besprach. Der Schwarzhaarige nickte mehrmals und brüllte dann wieder ein Kommando. Innerhalb von Sekunden räumten alle anderen den Platz. Sanada und der Typ, den Kaido nicht kannte, stellten sich einander gegenüber und verbeugten sich. Und schon begann der Kampf. Kaido schaute gespannt zu, wie beide ruhig aber präzise ihre Schritte wählten und immer wieder ihre Holzschwerter gegeneinander krachen ließen. Es war ein tolles Bild, wie sie sich langsam umkreisten, wie ihre Schritte schneller wurden. Kaido hätte schwören können sogar eine Melodie im Rhythmus der Schritte zu hören. Es war ein fesselndes Spiel. So schnell, dass man es verpasst hätte, hätte man geblinzelt, lag der andere auf dem Boden, sein Holzschwert irgendwo in der Ecke und Sanada stand vor ihm als der Sieger. Nachdem sich der andere wieder aufgerappelt hatte, verbeugten sie sich und Sanada verkündete das Ende des Trainings. Alle verschwanden in der Umkleide. Yukimura blieb immer noch auf seinem Platz sitzen, scheinbar wartete er noch, bis Sanada fertig war. Plötzlich ging der Schwarzhaarige an ihm vorbei zu Yukimura. Kaido erschrak und versteckte sich hinter der Bank. Wie schnell hatte sich der Ältere umgezogen?! Er hörte wie seine Senpais miteinander redeten und dann den Dojo verließen. Er hockte immer noch hinter der Bank. Er zischte leise. Jetzt fühlte er sich wieder wie ein Grundschüler, der seine Senpais beim Techtel-Mechtel bespannte. Er warte noch einige Augenblicke und verließ dann ebenfalls den Dojo. Er sah noch wie Yukimura und Sanada um die Ecke verschwanden. Für Kaido sah es so aus, als ob Sanada etwas verloren hätte. Als er nach schaute, entdeckte er einen MP3-Player auf dem Boden. Er wollte dem Schwarzhaarigen gerade hinterher rufen, aber er stellte fest, dass er schon außer Sichtweite war. Kaido zischte. Was sollte es, er konnte ihm den Player ja auch morgen wiedergeben. ---- „Was ist los, Eiji?“, fragte Oishi besorgt den schmollenden Kikumaru, der auf seinem Bett sah. Vor wenigen Minuten war der Rotschopf ins Zimmer gestürmt, hatte sich auf sein Bett verkrümelt und seitdem nur geschmollt. „Eiji, was ist denn?“, versuchte der Schwarzhaarige es erneut und setzte sich zu seinem Freund aufs Bett. „Oishi!“, weinte der Kleinere und hing sich an ihn. „Kaido ist sauer auf mich, nya! Und er hat mir keine Chance gegeben mich zu entschuldigen!“, sprudelte es plötzlich aus Kikumaru heraus. Oishi streichelte ihm über den Kopf. „Was hast du denn gemacht?“ Kikumaru sah ihm mit aufgeblasenen Wangen ins Gesicht. „Mir war langweilig und da hab ich mir das Ding angeguckt, was in Kaidos Tasche war. Und dann ist er sauer geworden und hat mir den Brief aus der Hand gerissen, nya. Dabei stand da doch gar nichts Schlimmes drin! Ich wollte mich ja auch entschuldigen, aber er hat mich die ganze Zeit ignoriert!“ Oishi sah seinen Freund ernst an. Manchmal konnte sich Kikumaru wirklich wie ein Kind benehmen. „Du solltest eigentlich wissen, dass man nicht anderer Leute Post liest.“ Plötzlich sprang der Rothaarige auf. Er hatte einen wütenden, aber auch verletzten Gesichtsausdruck. „Du auch!“, schrie er. „Wieso du auch?! Du als mein Freund solltest eigentlich zu mir halten, aber du machst mich auch nur runter! Blöder Oishi, nya!“ In Windeseile war Kikumaru aus dem Raum gerannt. Oishi schaute ihm verwirrt hinterher. Hatte Kikumaru ihn jetzt beschimpft, weil er ihm Unrecht gegeben hatte? Der Schwarzhaarige seufzte, hoffentlich würde sich der Kleinere bald wieder ein kriegen. ---- Kaido zog sich seine Turnschuhe an. Er würde mal wieder den ganzen Abend laufen gehen. Er freute sich schon. Laufen war immerhin seine zweite große Leidenschaft. Es entspannte, machte den Kopf klar und man fühlte sich hinterher immer besser. Er öffnete die Haustür und trat nach draußen. Er schaltete den MP3-Player an und begann zu laufen. Es war nicht seiner, sondern Sanadas. Es hatte ihn einfach interessiert, was der Drittklässler wohl für Musik hörte. Er hatte zwar vorsorglich seinen eigenen auch eingepackt, falls er mit dem Geschmack Sanadas überhaupt nichts anfangen konnte, aber er bemerkte schon nach ein paar Minuten, dass er seinen wohl nicht benötigen würde. Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als er laut in seinen Ohren Yukimuras Stimme vernahm. Es wunderte ihn irgendwie nicht, dass Sanada Yukimuras Musik auf seinem Player hatte. Er konnte diese Lieder auch tagein tagaus hören, und Sanada und Yukimura hatten ja eine noch tiefere Verbindung. Kaido lief weiter durch die beleuchteten Abendstraßen. Er lief eine ganze Weile, bevor er sich sicher war, dass jetzt alle Lieder von Yukimura gelaufen waren. Was jetzt wohl kommen würde? Als das nächste Lied begann, blieb Kaido stehen. Die Antwort war ernüchternd, aber auch einleuchtend und süß. Der Player begann von vorne zu spielen, wieder war nur Yukimuras Stimme zu vernehmen. Kaido musste lächeln. Sanada hörte tatsächlich den lieben langen Tag nichts anderes als die wenigen Lieder seines Freundes. Kaido lief langsam weiter. Ihre Liebe zueinander musste ähnlich stark sein wie die zwischen Inui und Yanagi. Bei dem Gedanken wurde er rot. ---- Kirihara starrte an die Decke seines unbeleuchteten Zimmers. Er lag auf dem Bett. Sein Atem war immer noch unregelmäßig und auch sein Verstand kehrte nur langsam aus den Weiten der körperlichen Freuden zurück. Er hatte es satt, er hatte es so satt an diesen Typen zu denken und sich dabei an zu fassen. Er hatte es satt überhaupt noch selbst Hand anlegen zu müssen. Aber erst recht nicht wollte er an diesen Typen denken. Er konnte dieses Gesicht, das ihn nicht anschauen würde, nicht mehr ertragen. Und dennoch konnte er es nicht lassen. „Erbärmlich“, sagte er laut zu sich selbst. Dann stand er auf, schaltete das Licht wieder ein, ging zu seinem Kleiderschrank und tauschte seine eingesaute Unterwäsche gegen saubere aus. Er betrachtete das einzig klar erkennbare Objekt auf seinem chaotischen Schreibtisch. Er nahm den kleinen Bilderrahmen in die Hand. „Hey, Niou“, sagte er und grinste. „Du hättest mich bestimmt schon wieder hemmungslos damit aufgezogen, was für ein mitleiderregendes Weichei ich bin.“ Der Schwarzhaarige seufzte. „Warum kannst du mich nicht noch mal beschimpfen?“ Mit leicht wehleidigen Blick stellte er das Foto ab. Dann machte er sich daran einige Sachen in seine Tasche zu stopfen. „Aber hey, weißt du was? Ich habe mich entschieden es zu tun. Ja, jetzt bist du stolz auf mich, richtig? Ich weiß, dass du es bist, kannst es ruhig zugeben. Ich fang übermorgen an.“ Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)